HSG Siebengebirge

Die große kämpferische Leistung beim Auswärtsspiel der Grün-Blauen gegen die SG Ollheim-Straßfeld war letztlich wertlos. Die noch immer theoretisch abstiegsbedrohten Gastgeber legten Protest ein und bekamen die Punkte nachträglich zugeschrieben.

Mit einer starken Mannschaftsleistung hatten die Verbandsliga-Handballer der HSG Siebengebirge am vergangenen Sonntag bei der SG Ollheim-Straßfeld mit 29:28 (13:15) gewonnen. Doch die Gastgeber, die noch mit allen Mitteln um den Klassenverbleib kämpfen, vermuteten im Nachgang der sportlichen Niederlage einen Regelverstoß der Gäste aus dem Siebengebirge und legten nach genauer Überprüfung aller Angaben auf dem Spielberichtsbogen (unter anderem: Geburtsdatum der Spieler) offiziell Protest ein beim Verantwortlichen für den Spielbetrieb des Handballverband Mittelrhein (HVM), Karl-Walter Marx. Dem Protest wurde stattgegeben, da ein Spieler der HSG Siebengebirge ohne Teilnahmeberechtigung eingesetzt wurde (§55 DHB/SpO). Das Spiel wurde somit nachträglich mit 0:0 Toren und 2:0 Punkten für die SG Ollheim-Straßfeld gewertet. Damit hat die SG Ollheim-Straßfeld auch rechnerisch den Klassenerhalt sicher. Die HSG Siebengebirge bleibt weiterhin Vierter der Verbandsliga, eine Strafe für den Spieler wurde nicht ausgesprochen.

Im Kader der Grün-Blauen kam Marc Nahry zum Einsatz, der in den vorherigen zwei Wochen für die Regionalliga-Mannschaft gespielt hatte. Er spielte am 24. März sowie am 7. April in der Ersten Herren-Mannschaft der HSG Siebengebirge. Das Heimspiel gegen HC Wölfe Nordrhein (14. April) setzte Marc Nahry aus und war stattdessen am darauf folgenden Sonntag, 15. April, mit der Verbandsliga-Mannschaft im Gastspiel bei der SG Ollheim-Straßfeld aktiv. Dies ist laut Regelwerk des Deutschen Handballbundes in der aktuellen Saison nur erlaubt für Spieler, die am 01.07.1996 oder später geboren wurden. HSG Rückraumspieler Marc Nahry wurde am 04.06.1996 geboren.

Die Verbandsliga-Saison 2017/2018 begann offiziell am 01.07.2017 und endet am 30.06.2018. Alle jungen Handballer, die am 01. Juli 2017 oder später 21 Jahre alt wurden, dürfen ohne Einschränkungen an den Meisterschaftsspielen mehrerer Mannschaften ihres Vereins teilnehmen, unabhängig von der Liga der jeweiligen Mannschaft. Ist ein Spieler älter, muss er nach dem Einsatz in einer hochklassigen Mannschaft (in diesem Falle hier: Regionalliga Nordrhein) zwei Spiele aussetzen und ist erst danach „freigespielt“ für den Einsatz in einer niederklassigen Mannschaft (hier: Verbandsliga Mittelrhein).

Trainer Thomas Radermacher übernimmt die Verantwortung: „Es ärgert mich ungemein für meine Männer, dass mir dieser Fehler unterlaufen ist. Bei meiner Mannschaft und dem Verein kann ich mich nur entschuldigen. Ich hätte die Geburtstage besser im Blick behalten müssen, gerade weil es wie im Fall von Marc Nahry um eine kritische Differenz von nur knapp drei Wochen geht. Marc ist für uns ein wichtiger Pfeiler unserer jungen Mannschaft, ihn trifft überhaupt keine Schuld. Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung des HVM. Einen gravierend spielentscheidenden Unterschied für das Spielergebnis hat der Einsatz von Marc Nahry aus meiner Sicht jedoch nicht gemacht, bei allem Respekt für seine Fähigkeiten. Vielmehr hatten wir das Spiel sportlich als Team gewonnen, ohne einen einzelnen überragenden Akteur, der hier den Unterschied ausgemacht hätte. Der SG Ollheim-Straßfeld gratuliere ich auf diesem Wege zum Klassenerhalt, den sie durch diese Entscheidung nun sicherstellen konnten. Daher freuen wir uns auf das Wiedersehen in der kommenden Saison mit zwei ganz bestimmt spannenden und stimmungsvollen Spielen.“

 

Matthias Reintgen