HSG Siebengebirge

Nach einer der wohl schmerzhaftesten Pleiten der jüngeren HSG-Vergangenheit beim Gastspiel in Aldekerk, steht das Aushängeschild der HSG Siebengebirge vor einer echten Belastungsprobe. Obwohl geschwächt durch viele Ausfälle von Führungsspielern, verlor man auch in der Höhe verdient mit 24:42 (11:21) gegen den TV Aldekerk und steht mit 0:10 Punkten am Ende der Tabelle.

Die Gesichter der jungen Handballdrachen aus dem Siebengebirge sprachen nach dem Abpfiff Bände. Niedergeschlagen und demoralisiert saß man am Spielfeldrand und musste erstmal ordnen, was da eben vor sich gegangen war.

Die Vorzeichen waren miserabel. Zu den langzeitverletzten Hendrik Schultze und Fabian Zächerl gesellten sich mit Basti Willcke, Eddy Schulz, Marc Nahry, Nils Willmann und Andre Kirfel weitere Ausfälle von Leistungsträgern. Ausfälle, die kaum eine Mannschaft kompensieren kann. Dennoch war man zuversichtlich, sich den Aldekerkern stellen zu können und sich gut zu verkaufen.

Von Beginn an geriet man ins Hintertreffen und nach dem 3:3 marschierten die Hausherren auf 9:3 davon. Allerdings besannen sich die jungen Drachen nochmal auf ihre Qualitäten und verkürzten auf 11:8, konnten im Anschluss jedoch nur noch zusehen, wie sich die Aldekerker temporeich und kompromisslos absetzten und mit einer 21:11 Führung in die Pause gingen.

Doch im zweiten Durchgang nahm das Unheil dann seinen Lauf. Den Siebengebirglern gelang es nicht, das Spielgeschehen wieder unter Kontrolle zu bekommen. Auch wenn man den Zehn-Tore-Rückstand zunächst halten konnte, brach man Mitte der zweiten Hälfte letztlich komplett ein und verlor zum Ende deutlich mit 18 Toren Unterschied. Für die sehr junge Regionalliga-Mannschaft der HSG Siebengebirge war dies eine bittere Erfahrung.

Natürlich fehlte der Großteil der Mannschaft, noch dazu teils einige Spieler mit der größten Erfahrung und Routine auf diesem Niveau. Eine Ausrede allein kann das jedoch nicht sein. Besonders augenscheinlich waren abermals die Defizite im Spielaufbau und auch teilweise ein fehlendes Engagement im Rückzugsverhalten. Mit der richtigen Einstellung auf den Gegner hätte man sicherlich auch die temporeiche erste und zweite Welle einschränken können. Talent, Leidenschaft und Einsatz reichen in einer so stark besetzten Liga eben nicht aus. Was passiert, wenn eine junge, noch unerfahrene und arg dezimierte Mannschaft auf eine erfahrene und nahezu komplette Top-Mannschaft der "Vierten Liga" trifft, konnte man am vergangenen Samstagabend in der Vogteihalle in Aldekerk beobachten.

Das Positive: Innerhalb des Teams stimmt es. Man hält zusammen und weiß: die Saison ist noch lang, die Qualität ist grundsätzlich da. Den Saisonstart haben die Grün-Blauen deutlich verpatzt. Aber mit dem Abstiegskampf wollen die Siebengebirgler am Ende dennoch nichts zu tun haben. Dafür ziehen alle an einem Strang.
Ein großes Dankeschön richtet die Mannschaft an Tristan Dahl und Christian Frohwein aus der Verbandsliga-Mannschaft, die in dieser schweren personellen Situation eingesprungen sind.

Alle Details zum Spiel gibt es im SIS-Liveticker zum Nachlesen.

Für die HSG aktiv: Adeyemi, Wiese; Kreutz (5), Frohwein, Dahl (2), Steinhaus (6), Dziendziol (4), Stöcker (1), Hayer, Tebbe (1), Marcinkovic (2), Fech (3).

Mer stonn zesamme!
HSG olé!

 

Bildquelle: Thomas "Buddhi" Schmidt