HSG Siebengebirge

Teil 1 des heißesten Derbys im Handball Bonn Rhein Sieg Kreis bot sich den Zuschauern am vergangenen Samstag. Um 18:30 in der Berliner Straße in Rheinbach kam es zum Aufeinandertreffen der beiden besten Mannschaften dieser Region: HSG Rheinbach vs. HSG Siebengebirge.

Derby Time das bedeutet das Extra an Emotionen, Kampf und Spannung. Nichts davon fehlte und jeder Zuschauer kam auf seine Kosten.

Die Siebengebirgler erwischten den deutlich besseren Start in die Partie und präsentierten sich direkt von Beginn an als eine emotionale Einheit. Rückkehrer Willi Meiling verbuchte neben sehr guter Deckungsleistungen auch 3 der ersten 5 Tore für die HSG.

Ganz im Gegensatz dazu die Heimmannschaft, die ideenlos, gedankenverloren und halbherzig begann. Heimtrainer Dietmar Schwolow sah sich dementsprechend gezwungen früh (9. Min) bei einem Stand von 3:0 seine Auszeit zu nehmen um seine Mannschaft mental aufzuwecken. Diese zeigte auch direkt Wirkung: Der HSG Rheinbach gelang es zu einem zwischenzeitlichen 4:4 (13. Min) auszugleichen.

Marschroute von Trainer Lars Degenhardt war es das Herzstück Rheinbachs (Ribbe, Löhnenbach) so gut wie möglich zu neutralisieren. In der Tat gelang es der Mannschaft dieses Ziel auch umzusetzen, wodurch allerdings Spieler wie Joshua Reuland (Linksaußen) erfolgreich Verantwortung übernahmen und das Spiel knapp hielten.

Bis zur Halbzeit (13:11) konnte Siebengebirge sich wieder um 2 Tore absetzen. Jedem, der die ersten 30 Minuten gesehen hatte, war klar, dass diese Partie auf Augenhöhe bestritten wurde und nicht wie die Tabelle suggerierte eine klare Angelegenheit (Rheinbach 3. Platz, 7:3 Punkte; Siebengebirge 8. Platz, 4:6 Punkte).

Furios begann die HSG aus Thomasberg die 2. Hälfte: ein 4:0 Lauf erhöhte die Führung auf 6 Tore (17:11). Für die HSG Rheinbach schlicht unüberwindbar stand die Deckung der Siebengebirgler. Bis zum zwischenzeitigen 21:15 (45.Min) konnte dieser Vorsprung auch gehalten werden.

Aber wenn es nicht die „verschlafene“ Anfangsphase der 2. Halbzeit ist, dann ist es derzeit die letzte Viertelstunde die der Mannschaft aus dem Siebengebirge schwer zu schaffen macht. So oder so ähnlich müssen es sich die zahlreichen mitgereisten Fans gedacht haben; denn unpräzise Abschlüsse und größere Löcher im Deckungsverbund erlaubten es den Rheinbachern bis auf 1 Tor aufzuschließen (21:20, 53. Min).

Ab jetzt sollte es ein wahrer Handball Krimi werden in der jede Aktion spielentscheidend war: Jamal Naji erhöhte auf 22:20 (55.Min), gefolgt vom Rheinbacher Anschlusstreffer (56. Min). Willi Meiling der wenige Minuten zuvor das leerstehende Tor der Rheinbacher aus der eigenen Hälfte nicht traf, konnte diesmal (57. Min) aus dem Rückraum den 2 Tore Vorsprung wieder herstellen. Prompt (58. Min) verkürzten die Rheinbacher auf 23:22. Im darauffolgenden Angriff stand Oli Schulz, der bis dato kein Tor erzielt hatte, perfekt für einen Pfostenabpraller und verwandelte die 2. Chance (24:22 59. Min). Mit 40 Sekunden noch auf der Uhr vergab die HSG Rheinbach eine gute Chance und man dachte das wäre nun die Entscheidung: weit gefehlt.

Siebengebirge vergab eine klare Chance und im Gegenzug traf Rheinbach zum erneuten Anschlusstreffer (24:23) 13 Sekunden vor Schluss. Rheinbach hatte über die letzten Minuten auf eine aggressive Manndeckung umgestellt. Zusätzlich hatte Jens Schlösser kurz vor Schluss eine 2 Minuten Strafe erhalten, die die HSG Siebengebirge nun zwang mit 6 Sekunden verbleibender Spieldauer zurück zum Torwart zu spielen, da kein Feldspieler frei stand. Timo Adeyemi, der sein erstes Saisonspiel bestritt und in der 50. Minute eingewechselt wurde, sah keinen anderen Ausweg und sprintete zum Eckaus. Es folgten gleichzeitig der Abpfiff der Schiedsrichter aufgrund von Zeitspiel und die Sirene zum Ende des Spiels. Den Freiwurf gab es trotzdem noch.

Jubelstürme und große Erleichterung für HSG Siebengebirge als der Freiwurf letztendlich geblockt wurde. Ausgelassen konnte man den ersten Sieg nach der Herbstpause feiern. Die Siegesserie steht nun bei 2 Spielen.

Es spielten für die HSG:

Zächerl (6/3), O.Schulz (1), Dziendziol(1), Meiling (4), J.Schlösser (2), T. Schlösser (2), Naji (5), Schneider, Heldmann (1), Schöneseiffen (2), E.Schulz, Mondry, Adeyemi und Schultze (beide Tor)