HSG Siebengebirge

Nach Abschluss der Saison 2018/2019 mit der weiblichen C1-Jugend der HSG Siebengebirge blickt Axel Breme im Gespräch noch einmal zurück auf die Spielzeit.

Dieter Klein: Axel, wie fällt dein Fazit zum letzten Spiel der Saison aus?

Axel Breme: Leider waren nicht alle dabei und nach der langen Saison war ein wenig die Luft raus. Aber Schwamm drüber, das Ergebnis sollte uns nicht mehr beschäftigen.

D: Beim Saisonstart im September waren sich alle, auch selbst Du, nicht sicher, wie die Mannschaft sich in der Oberliga schlagen würde. Was sagst Du nun?

A: Für mich waren bereits im Vorfeld die Teams aus Leverkusen, Aachen und Königsdorf in der Favoritenrolle. Ich denke, wir haben die Erwartungen erfüllt und in Teilen auch übertroffen. In jedem Fall haben wir alle Spielerinnen weiterentwickelt und damit für die nächsten Aufgaben gezielt aufgebaut. Dass wir uns mit Platz vier direkt hinter der Oberligaspitze etablieren konnten, lässt uns positiv in die Zukunft schauen.

D: Wir hatten uns ja vor Beginn der Runde geeinigt, dass der Star „die Mannschaft“ sein sollte. So haben wir auch berichtet. Möchtest Du nun zum Abschluss eine Akteurin aus Deinem Team besonders erwähnen?

A: Nein, das Team holt die Punkte oder keiner. Sicherlich ist es schön zu wissen, dass wir die Torjägerkanone mit 167 Treffern ins Siebengebirge geholt haben. Das ist eine Ansage für den Mädchenhandball in der Region. Und so viele Tore holst Du nicht allein, sondern nur im Kollektiv.

D: Was sagst Du zur HVM-Oberliga und dem Niveau? Wo steht da Deine Mannschaft?

A: Wie gesagt, die Leistungsspitze ist sicherlich eine eigene Klasse für sich gewesen. Dass wir die Gruppe der sehr guten anderen Teams anführen dürfen, macht uns schon ein wenig stolz.

D: Welche Perspektiven hat der Jahrgang 2004, der nun in die B-Jugend aufrückt?

A: Wir haben mit dem Übergang in die weibliche B-Jugend die Weichen gestellt, um mittel- bis langfristig eine neue Generation starker Spielerinnen in den Frauenbereich zu führen. Der Mix aus erfahrenen Spielerinnen der jetzigen B1 und der C-Jugend wird uns definitiv nach vorne bringen.

D: Bei den neun Auswärtspartien waren immer Eltern dabei, zuhause sowieso. Was hat das für eine Wirkung gehabt? War das ein Teil eures Konzeptes?

A: Die Eltern sind zentraler Bestandteil einer gelungenen Vereinsarbeit. Nur mit engagierten Müttern und Vätern kann eine solche Saison gespielt werden. Die Spielerinnen haben eine hohe Sensibilität, was das Umfeld angeht. Sie spüren die Unterstützung in den Familien und an den Spielwochenenden.

D: Was glaubst Du, ist eine mögliche Vorgehensweise für Vereine wie die HSG Siebengebirge, um mit den starken Vereinen mitzuhalten?

A: Das Ziel muss es sein, die Entwicklung jeder einzelnen Spielerin systematisch voranzutreiben. Die Liga ist dabei gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist es, langfristig das Leistungspotential für eine starke HSG Siebengebirge im Frauenhandball im Auge zu haben.

D: Aus dem Jahrgang 2004 ist keine Spielerin im HVM-Auswahlkader. Wir Beobachter am Rande sehen aber individuell starke Spielerinnen. Warum glaubst Du, werden diese nicht vom HVM gesehen oder gar gefördert?

A: Über die Förderung in den Verbänden gibt es sicherlich sehr unterschiedliche Meinungen. So auch beim Handballverband Mittelrhein. Mit drei Trainingseinheiten pro Woche, wie bei uns, plus Ligabetrieb an den Wochenenden und vielen Camp- und Teamaktivitäten kommt den Vereinen die entscheidende Bedeutung bei der Entwicklung des deutschen Mädchen- und Frauenhandballs zu. Da können Auswahlkader sicherlich eine gute Ergänzung sein, aber eben immer nur eine Ergänzung. Im Jugendbereich bei den Mädchen ist es das Allerwichtigste, dass es gelingt, viele gute Spielerinnen in jedem Verein zu halten und nicht zu früh auf eine Konzentration in wenigen Vereinen zu setzen. Nur so erhalten wir die notwendige Breite im Jugendbereich, die wichtig ist, um den Mädchenhandball in allen Vereinen deutschlandweit noch attraktiver zu machen.