HSG Siebengebirge

Einen Handball-Krimi lieferten sich die Damen der HSG am Samstagabend im Derby gegen die "Roten" auf dem Sonnenhügel. Nach packenden sechzig Minuten, in denen ständig um die Führung gerungen wurde, hieß es letztendlich 25:23 (10:11) für die jubelnden Siebengebirglerinnen. Endlich konnte man also zwei dringend benötigte Punkte verbuchen und so einen Schritt auf die direkte Tabellenkonkurrenz aufrücken.

Derby Sieg Niederpleis

In vollem Bewusststein der Relevanz der Partie im Abstiegskampf spielten beide Teams einen konzentrierten Auftakt und zeigten sich sowohl im Angriff als auch in der Abwehr kompromisslos. So konnten die Blauen-Grünen in den ersten Minuten zwar durchgehend die Führung für sich beanspruchen, es gelang aber nicht, die hartnäckig kämpfenden Niederpleiserinnen abzuschütteln. Dann aber leisteten sich die Gäste eine kurze Schwächephase, die prompt durch Finja Lagermann und Antonija Kutlesa genutzt wurde, die den ersten drei Tore Vorsprung der Partie in der zwölften Minute erzielten. Hiergegen versuchten sich die Niederpleiserinnen mit aller Kraft zur Wehr zu setzen, was aber zunächst nicht gelang und in einer roten Karte gegen Lisa Langnickel in der achtzehnten Minute gipfelte. Bemerkenswerterweise hatte dies aber keinen weiteren Bruch im Spiel der Gäste zur Folge, viel mehr hatte es den Anschein, als wäre dies der nötige Weckruf für die Niederpleiserinnen gewesen. Jetzt gerieten die Damen der HSG im Angriff unter Druck und konnten bis zur Halbzeitpause nur noch zwei Tore erzielen. Die Gäste hingegen hatten die Aufholjagd eröffnet und erkämpften sich so sogar die Führung zur Pause zurück. Im Spiel gehalten wurden die Blau-Grünen in dieser schwachen Phase durch ihre erneut stark parierende Torhüterin Julia Zander, die durch ihre Leistung einen deutlicheren Rückstand verhinderte und so den Halbzeitstand von 10:11 sicherte.

Julia im Tor

Starker Rückhalt: Torhüterin Julia Zander im Tor der HSG

Nach der Halbzeitpause zeigten sich die Siebengebirglerinnen zwar kämpferisch, konnten aber anfangs den Rückstand nicht aufholen und mussten die Gäste sogar mit bis zu drei Toren in der fünfunddreißigsten Minute ziehen lassen (11:14). Mangelhaft war in dieser Phase des Spiels insbesondere die Chancenverwertung, denn es mangelte nicht an Möglichkeiten, sondern in der Wurfausbeute. Langsam aber sicher geriet man so unter Druck, denn die Uhr lief zu dieser Zeit gnadenlos gegen die Damen der HSG. Diese hatten die Partie aber noch lange nicht aufgegeben und schlossen mir drei schnellen Treffern in drei Minuten wieder auf die Niederpleiserinnen auf. Klar war also, dass die Partie sich erst in der Schlussphase entscheiden würde, fraglich war nur, welche Mannschaft jetzt die stärkeren Nerven zeigen würde. In der einundvierzigsten Minute gelang dann Antonija Kutlesa erneut der direkte Anschlusstreffer zum 15:16 und in direkter Folge erzielte Tine Kutlesa den umjubelten Ausgleich zum 16:16 und die Führung zum 17:16. Aber auch die Niederpleiserinnen dachten nicht daran, die Partie jetzt aufzugeben und glichen noch zwei Mal zum 17:17 und 19:19 aus, nur um dann erneut die Führung zum 19:20 an sich zu reißen. Zu diesem Zeitpunkt waren noch zehn Minuten Spielzeit auf der Uhr und beide Teams kämpften mit allen Mitteln um den Sieg. Den Zuschauern präsentierte sich ein mehr als spannender Schlagabtausch mit schnellen Führungswechseln. Aufgepeitscht durch einen erneut gehaltenen 7 Meter und einer glänzenden Parade durch Julia Zander, warfen die Siebengebirglerinnen all ihre Energie in die letzten Minuten der Partie und erneut war es Tine Kutlesa, die mit ihrer individuellen Klasse und all ihrer Erfahrung den Ausgleich zum 22:22 erzielte der auch noch eine Zeitstrafe gegen die Gäste zur Folge hatte. Direkt im nächsten Angriff der Niederpleiserinnen konnte die Abwehr der HSG den Ball erringen und Lorena Thiel verwandelte in der achtundfünfzigsten Minute zum 23:22, erneut verbunden mit einer Zeitstrafe gegen die Gäste. Jetzt hieß es also noch zwei Minuten durchhalten, um die lange ersehnten Punkte zu erhalten. In dieser Situation fühlten sich zwei Minuten wie eine Ewigkeit an, nur Tine Kutlesa ließ sich nicht beeindrucken und beendete die Partie mit zwei Abschlusstreffern, die den Blau-Grünen den Sieg mit 25:23 sicherten.

Für die HSG spielten: Zander, Lagermann (4/2), Thiel (2), Wahl, Behr (2), Fischer (1), Reiser (1), Kutlesa C. (11/1), Kutlesa A. (2), Meiling (2), Andrassy, Vögel-Höffner, Voll

 

HSG olé